Ein Brettspiel selbst entwerfen

Kartenspiele (inkl. TCG), Brettspiele und Ähnliches
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Ein Brettspiel selbst entwerfen

Beitragvon UnimatrixOne » 11. Dez 2014 22:07

Ein Brettspiel selbst entwerfen

1. Das Spiel entwerfen
1 Schreib deine Ideen auf!
Ein Protokoll in einer Kladde oder auf einem Computer zu führen kann wirklich dabei helfen, gute Ideen fließen zu lassen. Verwende dieses Protokoll, um jede Idee auszuschreiben, die du zu deinem Spiel hast, wenn du anfängst es zu entwerfen! Dies hilft dir, schnell gute Ideen von schwachen Ideen zu trennen. Es gibt zwei grundsätzliche Herangehensweisen, um deinen Entwurf zu beginnen: Themen und Mechanismen. Diese zwei Konzepte sind die Grundalge aller Brettspiele.

Themen sind das "Gefühl" des Spiels und können auch als "Genre" bezeichnet werden. Spiele wie Sorry haben ein simples Thema, deinen Gegner um das Brett herum zu schlagen, während komplexe Kriegsspiele das Thema eines großen Konflikts und Spielerstrategien haben.
Mechanismen sind die grundsätzlichen Wege, wie die Spieler mit dem Spiel interagieren. Bei Monopoly sind die Mechanismen darum zentriert, zu würfeln, Grundstücke zu kaufen und zu verkaufen und Geld zu verdienen. Bei Axis & Allies handelt es sich bei den Mechanismen hauptsächlich darum, Teile über ein großes, ineinandergreifendes Brett zu schieben, während der Würfel dazu benutzt wird, Konflikte zwischen Spielern zu lösen.
Es gibt keinen richtigen oder falschen weg, mit dem Entwerfen deines Spiels anzufangen. Manchen Leuten fällt eine Mechanik ein, und dann kreieren sie ein Thema darum herum, während anderen ein tolles Thema einfällt, und dann schneidern sie die Mechanismen passend darauf zu.

2 Bestimme die Altersspanne deiner Spieler!
Die Altersspanne deiner eventuellen Spieler zu kennen würde dir erlauben, das Spiel so einfach oder so detailliert zu entwerfen, wie du es haben möchtest, und dir die Möglichkeit geben, altersangemessene Regel zu entwerfen. Wenn du zum Beispiel ein Spiel für kleine Kinder entwirfst, kreierst du lieber etwas, das einfach, leicht verständlich und lustig ist und gleichzeitig Kameradschaft und lernen unter den Kindern fördert. Für Erwachsene würdest du etwas kreieren, das konkurrenzbetonter und spannender ist.

3 Steck deine Ziele!
Sobald du die grundlegenden Ideen hinter deinem Spiel aufgeschrieben hast, steck dir ein paar Entwurfsziele, die dir helfen, dein Spiel zu formen! Frag dich, welche Art von Erlebnis deine Spieler haben sollen, und was dein Spiel leisten soll! Überleg dir ein paar der folgenden, wenn du dir deine Ziele einfallen lässt:

Entscheide, wie viele Spieler das Spiel spielen können! Denk darüber nach, ob das Spiel mit zwei Spielern Spaß machen würde, oder ob es drei oder mehr sein müssen!
Denk darüber nach, wie lange dein Spiel durchschnittlich dauern soll! Beziehe das erste Spiel mit ein, das die Spieler spielen und die damit verbundene Lernzeit!
Frag dich, wie komplex das Spiel sein soll! Manche Leute mögen Spiele, die unglaublich komplex sind, mit dicken Handbüchern voller Regeln, während andere schnellere Spiele mit nur ein paar einfachen Regeln mögen.
Überleg dir, wie viel von deinem Spiel auf Glück und wie viel auf Geschicklichkeit basieren wird!

4 Entscheide, wie Spieler gewinnen!
Das Ende des Brettspiels ist einer der wichtigsten Aspekte, weil die Spieler ein Ziel als Ansporn zum Gewinnen brauchen. Überlege dir die verschiedenen Wege, wie ein Spieler gewinnen könnte und behalte diese im Hinterkopf, wenn du an dem Spiel arbeitest!

5 Schreib die grundlegenden Regeln auf!
Diese werden sich zweifellos im Laufe der Entwicklung des Spiels verändern, aber ein grundlegender Satz Regeln lässt dich schnell anfangen zu probieren und zu experimentieren. Behalte deine Gewinnbedingungen im Hinterkopf und achte darauf, dass die Mechanismen klar sind!
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Re: Ein Brettspiel selbst entwerfen

Beitragvon UnimatrixOne » 11. Dez 2014 22:14

2. Das Spiel aisprobieren
1 Entwirf ein Testspiel!
Bevor du die Arbeit am eigentlichen Spiel anfängst, entwirf ein grobes Testspiel, damit du mit den Mechanismen herumspielen kannst! Es muss nicht toll aussehen; du musst nur in der Lage sein, zu sehen, ob die Grundlagen so funktionieren, wie sie sollten.

Schneide Markierungen und Teile aus Pappe oder Karteikarten aus!
Benutze Münzen oder Pokerchips als Zähler!

2 Skizziere einen groben Entwurf deines Brettdesigns!
Dies lässt dich bestimmen, ob du mehr oder weniger Details in dein finales Design einschließen musst. Abhängig vom Thema und den Mechanismen deines Spiels könnte dein Brett die folgenden Elemente enthalten oder nicht:

Einen Pfad. Achte darauf, Start- und Zielfelder einzufügen, und leg eine klare Richtung für die Figuren fest, in die sie laufen müssen! Entscheide, ob du den Pfad aufspaltest oder windest, um Variationen einzufügen oder das Spiel auszudehnen!
Ein Spielfeld. Dies ist das Gegenteil des Pfades. Spiele, die ein Spielfeld haben, haben keine festgelegten Pfade, aber stattdessen Bereiche, mit denen die Spieler interagieren können, abhängig von den Mechanismen des Spiels. Risiko ist eins solcher Spiele, die ein Spielfeld im Gegensatz zu einem Pfad gebrauchen.
Positionen, auf denen gelandet werden muss. Diese können durch Formen (Quadrate, Kreise, Dreiecke) oder gezeichnete Gegenstände/Orte (trittsteine, Inseln, Wolken) gekennzeichnet werden. Achte darauf, dass einige Positionen Spieler umleiten, sie anweisen, Karten zu ziehen oder sie Sachen bekommen/verlieren lassen! Wenn du die Positionen entwirfst, die Spieler zu anderen Orten umleiten, pass auf, dass du keinen Domino-Effekt erzeugst (z.B. ein "Geh zwei Felder zurück"-Feld, das einen Spieler auf ein "Geh fünf Felder vor"-Feld schickt)!
Spielkarten. Ein zufällig gemischtes Sortiment an Karten fügt Variation zu einem sich nicht ändernden Pfad hinzu, indem er die Spieler auf unerwartete Weise beeinflusst. Eine Karte erzählt oft eine kurze Geschichte über ein Ereignis, das einem Spieler widerfährt und dann seinen Punktestand/seine Position/seine angesammelten Güter entsprechen verändert. Verschiedene Arten von Karten zu haben (Bsp.: Karten, die den Standort eines Spielers verändern, Karten, die die Statistik eines Spielers verändern, Karten, die Spieler während des Spiels sammeln können, um erzielte Leistungen zu repräsentieren, und/oder Karten, die Spielern befehlen, Dinge "im richtigen Leben" zu tun, wie tanzen, singen, ein Rad zu schlagen, die Person links von ihnen zu zeichnen usw.)erhöht die Anzahl der Arten enorm, auf die sich das Spiel entfalten kann.

3 Teste deinen Prototyp!
Sobald du all die Basisteile für deinen groben Entwurf zusammengesetzt hast, kannst du anfangen das Spiel zu testen, um zu sehen, wie es sich spielt. Bevor du irgendjemand Anderen mitspielen lässt, spiel es allein, indem du für jeden möglichen Spieler spielst! Es kann schwierig sein, Strategien gegen dich selbst zu entwickeln, aber du kannst auf diese Weise eine große Anzahl Spiele durchspielen und wertvolle Testinformationen erhalten.

Schreib immer auf, was funktioniert und was nicht, und mach Veränderungen, wie sie zum Brett und den anderen Komponenten passen!
Versuch dein Spiel kaputt zu machen, wenn du es gegen dich selbst testest! Schau, ob es für Spieler möglich ist, immer zu gewinnen, wenn sie etwas Bestimmtes tun, oder ob die Regeln überhaupt gebrochen werden können!

4 Spiel es mit Freunden und der Familie!
Sobald du dein Spiel genügend solo gespielt hast, dass die meisten Kinken ausgebügelt zu sein scheinen, ist es an der Zeit, es zu seinem ersten richtigen Test zu bringen. Versammle ein paar Freunde oder die Familie und erkläre ihnen, dass du gern das Spiel testen möchtest, an dem du arbeitest! Lass sie wissen, dass es noch in Arbeit ist und du alles und jedes Feedback zu schätzen weißt!

Mach dir ausgedehnte Notizen, während das Spiel noch gespielt wird! Schreib jedes Mal auf, wenn jemand keinen Spaß zu haben scheint, oder jedes Mal, wenn die Regeln verwirrend werden! Achte darauf, wie die Spiele enden! Falls ein Spieler durchgehen weit vor den anderen Spielern ist, sieh dir an, wie das passiert ist! Brettspiele sind spannender, wenn mehrere Spieler in engem Wettstreit sind.
Versuch dich nicht zu verteidigen, wenn du anfängst Kritik für dein Spiel zu bekommen! Kritik ist wesentlich dafür, sicher zu stellen, dass das Spiel der größten Menge an Leuten so viel Spaß wie möglich macht, also sei höflich und schreib alles auf!
Versuch nach Möglichkeit eine gruppe von Leuten beim Spielen zu beobachten, ohne dass du beteiligt bist! Dies hilft dir zu sehen, wie eine gruppe, die überhaupt nicht mit dem Spiel vertraut ist, an die Regeln herangeht.

5 Teste es mit so vielen verschiedenen Leuten wie möglich!
Versuch so viele verschiedene Spieler wie möglich dazu zu bekommen, dein Spiel auszuprobieren! Jeder spielt Spiel etwas anders, und eine Menge zu testen kann helfen sicherzustellen, dass dein Spiel möglichst vielen Leuten Spaß macht. Je mehr Leute du dazu bringen kannst dein Spiel zu testen, desto mehr Gelegenheiten hast du, um Fehler oder Schwachpunkte zu finden und sie in Ordnung zu bringen.

6 Verfeinere dein Testspiel!
Wenn du jeden Spieltest abschließt, nimm alle Veränderungen oder Anpassungen an deinem Brett, den Regeln und Komponenten vor, von denen du meinst, dass sie der Spielbarkeit helfen!
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Re: Ein Brettspiel selbst entwerfen

Beitragvon UnimatrixOne » 11. Dez 2014 22:17

3. Das Endprodukt bauen
1. Such deine Materialien zusammen!
Sobald dein Testvorgang komplett ist und du damit zufrieden bist, wie es sich spielen lässt, kannst du damit loslegen, die Endversion des Spiels zu bauen. Mach eine Liste all der Teile, die dein fertiges Spiel erfordert!
Brettspiele sind traditionell auf Sperrholz oder Spanplatten aufgebracht. Diese bieten eine haltbare Rückseite für dein Spiel und geben ihm ein professionelles Feeling.
Du kannst ein altes Spielbrett als Basis benutzen, wenn du lieber nichts kaufen möchtest.
Besorg dir Pappe, um sie als Leinwand für das Brett zu benutzen!
Schneide Spielkarten aus Pappe aus, oder kauf eine Packung leerer Karten in einem Hobbygeschäft!
Stanz Kreise aus Pappkarton, um sie als Spielsteine und Wertmarken zu nehmen!

2. Zeichne dein Brett!
Dein Spielbrett ist das Kernstück deines Brettspiels, also sei so frei, mit dem Design kreativ zu werden! Achte darauf, dass der Pfad oder das Spielfeld klar markiert ist und dass alle Anweisungen auf dem Brett leicht zu lesen sind!
Es gibt kein Limit für die Dinge, die du verwenden kannst, um dein Brett zu dekorieren – verwende vorgefertigte Ausdrucke, gemustertes Papier, Farbe, Filzstifte – alles, was es dir erlaubt, dein Brett aufzupeppen!
Mach dein Brettdesign so lebhaft wie möglich, um so das Interesse deiner Spieler zu erlangen und zu behalten!

3. Kreiere die Teile des Spiels!
Du kannst die Bilder auf Papier zeichnen und sie dann mit Klebstoff oder Klebeband auf ein dickes Material wie etwa Pappe kleben. Wenn du ein Spiel für die Familie oder Freunde machst, kannst du sogar Fotos der Spieler benutzen. Wenn du etwas Geld ausgeben möchtest, kannst du deine Designs zu einem professionellen Drucker bringen und sie auf dicke, hochwertige Pappe drucken lassen.
Damit die Teile stehen, schneide einen Streifen Karton aus, den du zu einem 3D-Dreieck (ähnlich Bilderrahmenständern) falten und dann als Stütze an die Rückseite des Teils kleben kannst.
Ein weiterer Weg, Spielteile zu machen, die stehen, ist Bastelschaum unten an das gefaltete Stück Papier zu kleben.

4. Kreiere alle zusätzlichen Materialien!
Falls dein Spiel den Gebrauch von Würfeln oder einer Drehscheibe beinhaltet, kannst du einfach die von deinen bestehenden Spielen verwenden, oder deine eigenen aus Pappe und mit Filzstiften machen. Um dies zu tun, brauchst du eine Nadel, ein rundes Stück Pappe, einen Papppfeil und einen Filzstift. Steck die Nadel durch den Pfeil und das Stück Pappe und zeichne dann die Ergebnisse auf!

5. Sieh dir 3D-Drucke an!
Wenn dein Spiel wirklich hervorstechen soll, kannst du dir ansehen, 3D-Teile gedruckt zu bekommen. Du musst einer Firma, die hierauf spezialisiert ist, ein 3D-Modell überlassen, aber das Ergebnis sind zugeschnittene Spielteile, die aussehen, als kämen sie aus einem gekauften Spiel.
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Re: Ein Brettspiel selbst entwerfen

Beitragvon UnimatrixOne » 11. Dez 2014 22:19

Tipps
- Spiel mit den Regeln herum!
Anstatt zum Beispiel immer eine festgelegte Anzahl von Feldern in einem Pfadspiel vorzurücken, versorge den Spieler mit Prämien oder speziellen Wertmarken, um für eine festgelegte Zeit in verschiedene Richtungen zu rücken!
Füge Felder im Spiel ein, die dich zu anderen Felder bringen oder deinen nächsten Wurf verdreifachen!
Hab ein anderes Endziel, als bloß auf dem "Ziel"-Feld zu landen – lande 10 Mal auf der Wasserfontäne, sammle alle Goldstücke usw.!
Verwende einen Würfel oder mach Karten, die anzeigen, welche Farbe mit Weiterrücken dran ist (wie in Candy Land)!

- Mach Mini-Brettspiele für unterwegs! Du kannst auch Spielteile aus großen Perlen, Flaschendeckeln und Knetmasse machen.

- Hol dir die Meinungen und Ideen von Anderen ein, bevor du deinem Spiel den letzten Schliff gibst! Frag deine Freunde, Familien und denk selbst nach: ""Ist dies das Richtige?"" Denk daran, deine Freunde und Familie werden das Spiel auch spielen, also machst du es für sie lieber so ansprechend wie möglich!

- Falls du ein Regelheft machst, mach es ordentlich und für Andere leicht zu lesen! Und mache das Spielbrett sauber und ordentlich (Lineal, Zeichenbrett).

- Du kannst dir überlegen, einfache und erweiterte Regel zu entwerfen, um jene anzusprechen, die eine einfachere oder verständlichere Spielweise bevorzugen. Wenn sie korrekt umgesetzt werden, können die einfachen Regeln helfen, einem Spieler das Spiel vorzustellen, was es einfacher macht, erweiterte Regel später dazu zu nehmen. Optionale regel einzufügen mag die Kreativität eines Spielers ansprechen. Ein Spiel mit offiziellen Regeln, das gleichzeitig maßgeschneiderte Regeln anbietet, spricht die Freiheit der Spieler an.

- Mach kein Spiel, das ein unklares Thema hat, da es deine Spieler verwirren könnte!

- Vergiss die Außenseite nicht! Lass sie kreativ und farbenfroh aussehen, abhängig vom Thema!


Warnungen
- Achte darauf, dass die Spielregeln fair sind! Der springende Punkt des Spiels ist, ein genussvolles, lustiges und positives Erlebnis zu erschaffen – und nicht irgendwelche Missverständnisse unter den Spielern zu entfachen. Wenn du irgendwelche Missverständnisse entfachst, wird es vermutlich zu einem sehr großen Streit führen.

- Falls du vorhast, dein Spieldesign zu veröffentlichen und zu verkaufen, stell sicher, dass du keine offensichtlichen Urheberrechte verletzt! Du überlegst dir vielleicht lieber, irgendetwas zu verändern, das Ziel eines Rechtstreits werden könnte.

- Mach die Regeln nicht zu kompliziert! Halte sie kurz und einfach! Alles, was zu kompliziert ist, lässt die Spieler schnell das Interesse verlieren und kann es dir auch erschweren, es zu machen.
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